Wächter der Nacht – Fantasy made in Russia
Früher gab‘s aus Russland im Kino nur James Bond-Bösewichte oder vielleicht irgendwelche Kampfmaschinen wie in Rocky. Russische Literatur ist dafür eher bekannt für tiefsinnige und dramatische Autoren wie Tolstoi oder Dostojewski. Seit ein paar Jahren ist aber auch Fantasy aus Russland ein Begriff: Wächter der Nacht ist der erste Band einer Serie von Sergej Lukjanenko. Die Bücher waren enorm erfolgreich – so erfolgreich, dass schon zwei Filme mit dieser Thematik entstanden sind. Wächter der Nacht erschien in Russland schon 1998, bei uns sieben Jahre später im Zuge der Verfilmung von Wächter der Nacht. Die Wächter-Bücher wurden mit Herr der Ringe oder Matrix verglichen, da auch hier das Gute gegen das Böse kämpft (wie bei Herr der Ringe), allerdings in der realen Welt des heutigen Russlands.
Die Wächter sind übernatürlich begabte Männer und Frauen (zum Beispiel Gestaltwandler, Vampire oder Magier – sie werden auch die „Anderen“ genannt), die mitten unter uns leben. Die Wächter der Nacht sind die Vertreter des Lichts, die den „normalen“ Menschen eher gut gesonnen sind, die Wächter des Tages gehören der Dunkelheit an und da kann man sich ja schon denken, dass mit denen nicht gut Kirschen essen ist. Ein jahrhundertealter Waffenstillstand hält die Wächter ab, sich gegenseitig zu bekriegen – doch dieser Waffenstillstand ist im Begriff auseinander zu brechen.
Die Verfilmung von Wächter der Nacht war nicht nur für russische Verhältnisse ein großer Erfolg – der erste russische Blockbuster war geboren. Wen wundert’s, dass zwei Jahre später ein weiterer Film gedreht wurde. Der hieß zwar „Wächter des Tages“, basierte aber auch auf dem ersten Band Wächter der Nacht. Obwohl vieles für die Filme geändert wurde, schnitten sie bei der Kritik recht gut ab.
Ein dritter Film ist wohl in Planung, diesmal soll er aber in Hollywood gedreht werden – genauere News sind noch nicht zu finden. Falls kein dritter Film mehr kommen sollte, kann man die ersten beiden Filme Wächter der Nacht und Wächter des Tages als gelungenen Einstand Russlands in die Welt der Kinoblockbuster sehen – ob das einem jetzt gefällt oder nicht.
Übrigens: Timur Bekmambetow, der Regisseur der beiden Wächter-Filme, hat mit #9 einen spektakulären Computeranimationsfilm im Kino – allerdings ist er hier „nur“ Produzent, zusammen mit Tim Burton (dessen eigener Film „Alice im Wunderland“ diese Woche startet).
Tags: Buch, DVD, Fantasy, Kino, Russland, Sergej Lukjanenko, Wächter der Nacht, Wächter des Tages

21. März 2010 um 16:15
[...] ich vor kurzem schon über die erfolgreiche “Wächter“ Buch- und Filmreihe aus Russland gesprochen habe, kommt jetzt was über ein russisches Action-Spiel für den PC und die [...]
27. April 2010 um 08:53
[...] Ausnahmen bestätigen hier natürlich auch die Regel: District 9 kam beispielsweise aus Südafrika, Wächter der Nacht aus Russland. Deutschland hat mit Roland Emmerich zwar einen der erfolgreichsten Sci-Fi-Regisseure, [...]