Seit fast 30 Jahren wird den Rätseln der Geschichte in der ZDF-Doku-Reihe Terra X nachgespürt. 1982 lief die erste Folge, die sich über Südseeinseln und deren Einwohner drehte. Das war typisch für die ersten Terra X Folgen: Oft wurden exotische Orte besucht und Rätsel alter Weltkulturen beschrieben – und natürlich Erklärungsversuche für die spannenden Rätsel abgegeben.
Terra X lebte damals davon, dass in den 80ern noch nicht jeder im Internet seine eigene Verschwörungstheorie aufstellen konnte, Facts und Infos zu den großen Rätseln der Menschheit mussten mühsam in Bibliotheken zusammengesucht werden – da kam so eine Sendung wie Terra X gerade recht. Sei es die Bundeslade, der Turmbau zu Babel oder die Sintflut: Terra X versuchte, Licht ins historische Dunkel zu bringen. Mit den Jahren wurden die Sendungen immer aufwändiger, Computeranimationen versuchten, die Rätsel besser und schlüssiger zu erklären (die erste Computeranimation widmete sich 1986 den ägyptischen Pyramiden). Ein weiteres Stilmittel kam in den 90er Jahren dazu: Inszenierungen historischer Begebenheiten trugen dazu bei, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Koryphäen auf dem Gebiet der Altertumsforschung und andere Experten präsentierten in Terra X ihre Forschungsergebnisse – beileibe keine Selbstverständlichkeit in unserer TV-Welt. Doch die fundierten Recherchen und die seriöse Aufmachung von Terra X halfen da natürlich ein großes Stück.
Seit 2008 werden alle ZDF-Sonntagabend-Dokumentationen, die früher als eigenständige Serien wie Sphinx oder Schliemanns Erben existierten, unter dem Begriff Terra X zusammengefasst. So befasst sich Terra X heutzutage nicht mehr nur mit Wissenschaftsrätseln sondern auch mit allgemeineren Wissenschafts- und Naturthemen. Jeder Hobby-Historiker wird mir Recht geben: Terra X prägte das Genre der populärwissenschaftlichen Sendungen wie keine andere. Inzwischen gibt es natürlich viele Nachahmer, doch Terra X bleibt der Urvater.
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