Der Leninismus ääh der Lenaismus boomt in Deutschland: Kaum eine Unterhaltungsshow kommt ohne die deutsche Teilnehmerin am Eurovision Song Contest aus. Kaum ein Tag vergeht, ohne eine neue Meldung über Lena Meyer-Landrut, ihr mysteriöses Englisch und ihre Chancen beim Eurovision Song Contest mit ihrer deutschlandweiten Hitsingle Satellite. Die Konkurrenz steht langsam fest: Beim ersten Halbfinale des Eurovision Song Contests haben sich 10 Teilnehmerländer qualifizieren können, heute Abend kommen noch einmal 10 dazu. Fünf Länder, darunter Deutschland, waren schon gesetzt und mussten sich nicht qualifizieren. mehr
Vor kurzem hab ich‘s ja schon mal angesprochen: Nicht nur von Michael Jackson werden posthum Lieder und Alben veröffentlicht – Jimi Hendrix scheint hier ein Fass ohne Boden zu sein. Alle paar Jahre erscheinen neue Alben von Jimi Hendrix, obwohl er schon 1970 gestorben ist. Die neuen Alben bestehen entweder aus neuen Mixen oder alternativen Fassungen von bereits bekannten Stücken. Mit Valleys of Neptune erscheint Anfang März nun wieder ein „neues“ Jimi Hendrix Album.
Was ist also dran an Valleys of Neptune? Erstmal das Cover: Das ist eine Mischung aus einem Bild, das Jimi Hendrix 1957 malte und einem Foto, das Linda McCartney von Jimi machte. Hendrix‘ Schwester hat das Motiv für das Cover ausgesucht. Auf Valleys of Neptune sind 12 Titel, alle davon wurden schon in der einen oder anderen Form veröffentlicht, als Bootlegs, Singles oder LP-Tracks. Allerdings sind die Stücke von Valleys of Neptune klanglich gehörig aufpoliert und klingen äußerst gut: Transparent, aber ohne die Wärme der analogen Aufnahmen aufzugeben – da hat der Tonmeister sehr gute Arbeit geliefert. Für Hendrix Fans ist Valleys of Neptune sicher nicht der Heilige Gral – das Material ist zwar hochwertig, aber doch nicht so umwerfend wie es der eine oder andere (oder Hendrix‘ Nachlassverwalter) gerne gehabt hätten. Für Hendrix-Freaks wesentlich interessanter: Die offiziellen Alben werden wiederveröffentlicht, in schönen Ausgaben und teilweise mit Bonus DVDs.
In nur vier Jahren hat Jimi Hendrix die Rockwelt umgekrempelt – Valleys of Neptune wird keinen vergleichbaren Impact haben. Allerdings zeigt diese „neue“ CD, welch großartigen Musiker wir schon so jung verloren haben – und was noch alles hätte kommen können, wenn Jimi Hendrix länger gelebt hätte. Natürlich wären wirklich neue Songs allemal besser als die Resteverwertung, die Hendrix‘ Nachlassverwalter seit vielen Jahren betreiben. Wer weiß, was noch im Archiv schlummert – Valleys of Neptune sticht aus den bisherigen Veröffentlichungen aber positiv heraus. Das wird schwer zu toppen sein.
Michael Jackson ist seit noch nicht mal einem Jahr tot und schon sind einige DVDs posthum veröffentlicht worden. Vieles davon ist fragwürdiger Natur, herausgebracht kurz nach seinem Tod, um den schnellen Dollar zu machen. Das könnte man auch von der DVD „This is it“ denken: Der Film kam gerade mal vier Monate nach Michael Jacksons Tod in die Kinos. Proben-Aufnahmen zu Michael Jacksons Abschiedstournee werden hier mit Behind-the-Scenes-Footage gemischt. This is it spielte über 200 Millionen Dollar ein und wurde der erfolgreichste Konzertfilm aller Zeiten. Fans von Michael Jackson lobten den Film und freuten sich über den raren Blick hinter die Kulissen und die emotionalen Aufnahmen. Klar, dass jetzt an den Verkauf der DVD ähnliche Ansprüche gestellt werden. Es scheint zu klappen: In den Amazon-Verkaufscharts ist die Blu-ray-Version von This is it auf Platz 46, die Normalversion der DVD auf Platz 7 und die Special Edition DVD auf Platz 4. Scheint wohl auch ein Verkaufsschlager zu werden. Die DVD bietet im Unterschied zur Kinoversion von This is it noch etliche Dokumentationen und Featurettes – Fans von Michael Jackson werden es mit Begeisterung sehen.
Ist es das wirklich? Kaum wahrscheinlich. Es sollen noch jede Menge unveröffentlichte Aufnahmen in den Archiven schlummern, und Papa Joe Jackson wird bestimmt dafür sorgen, dass diese Michael Jackson Songs auch an die Öffentlichkeit kommen. Und wer weiß, vielleicht sind tatsächlich auch noch ein paar Knaller vom Kaliber eines Thriller oder Beat it dabei. Auf jeden Fall werden wir noch etliche Jahre an den guten Michael Jackson denken und von ihm hören. Von Jimi Hendrix kommt jetzt ja auch ein neues Album raus – und Jimi ist seit 40 Jahren tot!
Vor kurzem wäre der King of Rock, Elvis Presley, 75 Jahre alt geworden. Klar, dass da natürlich wiederneue Zusammenstellungen erscheinen und alte Alben und Filme wieder öfters gekauft werden. Was aber noch auf eine Wiederauferstehung wartet, ist der kultige Wackel-Elvis. Erinnert sich noch jemand daran? Das war vor knapp 10 Jahren, eine Autowerbung warb mit dem hüftschwingenden Elvis für ihr stufenloses Getriebe. Der Wackel- Elvis erlebte daraufhin eine unerwartete Blüte und wurde in Deutschland hunderttausendfach verkauft und an Windschutzscheiben gepappt.
Und was soll ich sagen: Den Wackel-Elvis gibt es immer noch! Ein kurzer Blick auf decido verrät mir allerdings, dass der Preis enorm nachgelassen hat: Zusammen mit einer passenden CD gibt’s den wackelnden King of Rock für ein paar Euro – damals hat der Wackel-Elvis über 10 Mark gekostet. Und da sage noch einer, der Euro macht alles teurer! Also jetzt zum 75. Wiegenfeste von Elvis wird es Zeit, dass auch im Auto wieder der wackelnde King einzieht und die unerträglichen Wackel-Dackel in ihre Schranken weist. Wackel-Elvis lebt!
Meine kleine Tochter steht auf Tokio Hotel! Was kann ich nur dagegen tun? Das hab ich mich wirklich schon so oft gefragt. Und ich habe versucht, dagegen an zu kämpfen. Habe versucht, ihr ein bisschen von meinem Musikgeschmack unterzujubeln. Mit wenig Erfolg! Habe behauptet, dass Bill ein Mädchen ist, mit dem Ergebnis, dass sie am Ende auf mich sauer war.
Ich frage euch: Was soll ich tun? Was soll ein Vater tun, wenn er feststellt, dass er nicht die geringste Chance gegen Tokio Hotel hat!
Aufgeben! Sich assimilieren lassen! Und genau das hat sie geschafft. Ich musste inzwischen schon so oft “Durch den Monsun” anhören, stundenlang während der Autofahrt, beide Hände fest ans Lenkrad gekrallt. Der Tiefpunkt war erreicht, als ich mich beim vor mich hinsummen ertappt habe: “Ich muss durch den Monsun, hinter die Welt, ans Ende der Zeit, bis kein Regen mehr fällt, gegen den Sturm, am Abgrund entlang, und wenn ich nicht mehr kann, denk ich daran, irgendwann laufen wir zusamm, durch den Monsun”.
Und auf meinem Wunschzettel für dieses Jahr steht an 2. Stelle: “Tokio Hotel Bettwäsche“. Jetzt wollt ihr vielleicht wissen, was an erster Stelle steht. Ich verrate es auch. “Ein guter Psychiater” steht da.
Wenn ich schon mal in Weihnachtslaune bin (siehe meinen letzten Post), kann ich hier doch auch mal kurz meine Lieblings-Weihnachts-CD vorstellen. Die Pearlfishers sind eine schottische Band, die seit knapp 20 Jahren relativ erfolglos etliche wunderbare Alben veröffentlicht haben.
David Scott, der Chef der Band, ist hoffnungsloser Romantiker (wie so viele Schotten) und ein ganz großer Fan von Beatles, Beach Boys und Burt Bacharach. Bei den Pearlfishers gibt es sonnige Melodien, melancholische Texte und einen großen Pop-Moment nach dem anderen. Ja, und vor ein paar Jahren (inzwischen sind’s auch schon fünf, glaube ich) haben die Pearlfishers diese wunderbare Weihnachts-CD herausgebracht. Leider ist es nur ein Mini-Album mit sieben Tracks – die haben es dafür aber auch in sich. Vom flotten Opener „Snowboarding“, der auch den Beach Boys in ihrer Spät-60-er-Phase gut zu Gesicht gestanden hätte, bis zum Rausschmeißer „Away in a manger“ (einem englischen Traditional) reiht sich Pop-Perle an Pop-Perle und verbreitet herrlich melodienselige aber unkitschige Weihnachtsstimmung. Bei mir vergeht auf jeden Fall kein Weihnachtsfest, an dem ich nicht diesen sonnigen und perfekten Popsongs lausche. Für alle, die auch mal andere Pop-Weihnachtslieder als „Last Christmas“ oder „Driving home for Christmas“ hören wollen, ist A Sunflower at Christmas von den Pearlfishers eine gelungene Alternative.
Vor kurzem habe ich es angedroht: Das neue Rock Band The Beatles wird von mir ausprobiert. Gesagt, getan – als Rock Band- und Beatles-Fan war das Spiel eh Pflicht für mich. Also flugs die XBOX 360 Version besorgt und los geht’s!
Als erstes fällt einem beim neuen Rock Band auf, dass die Grafik wirklich äußerst gelungen ist. Die Beatles werden durch die Jahre ihrer Existenz begleitet und die Zwischenfilmchen sowie die eigentliche Spielegrafik spiegeln dies wieder. Es startet also im Cavern Club in Liverpool, über die Auftritte bei Ed Sullivan und im Shea Stadium geht’s dann in die Studiophase der Fab Four, um dann mit dem Auftritt auf dem Dach in der Londoner Saville Row Ende der 60er-Jahre zu enden. Besonders die psychedelische Mittelphase ist wirklich exzellent designt – bunt, bunter, Beatles Rock Band! Da macht das Zuschauen fast so viel Spaß wie das Spielen! Das ganze Spiel und die animierten Filme sind sehr liebevoll gestaltet und um Klassen schöner anzuschauen als die „normalen“ Rock Band-Ausgaben.
Spielerisch ist auch alles im grünen Bereich: Einwandfreie Programmierung gewährleistet, wie immer bei Rock Band, einen genialen Spielspaß. Mit der Möglichkeit, Bilder, Filmchen, Tonschnipsel und andere Goodies freizuschalten, wird der Hardcore-Beatles-Fan genauso angesprochen wie der Highscore-Jäger. Auch cool: Es ist möglich, mit drei angeschlossenen Mikros die genialen Harmoniegesänge der Pilzköpfe nachzusingen. Spezielle (teure) Nachbauten der Beatles-Instrumente verwöhnen das Beatles-Fan-Herz (ich habs aber mit meinen alten Rock Band Instrumenten gespielt). Kurz: Das Spiel macht Riesenlaune! Da können auch kleinere Macken wie die sehr geringe Titelzahl (so ungefähr 45 Songs, Rock Band 2 hatte im Vergleich fast doppelt so viel) und der recht niedrige Schwierigkeitsgrad nichts dran ändern. Zwar hatte ich das Spiel in etwas mehr als einem Tag durch, es gibt aber noch etliche Goodies frei zu spielen und die höchsten Schwierigkeitsgrade wollen auch noch ausprobiert werden. Und natürlich macht diese Art Spiel immer am meisten zusammen mit anderen Spaß – es ist also noch ein paar Wochen Spielspaß garantiert. Wer sich allerdings nicht für die Beatles interessiert hat mit diesem monothematischen Spiel nicht viel Freude und sollte lieber bis zum nächsten Rock Band Game warten. Ich hingegen bin begeistert und hoffe auf viele coole „neue“ Beatles-Songs im Downloadbereich (ab Herbst sollen da ganze Beatles-Alben zum Download bereitstehen).
Was für ein Datum! Am 09.09.09 heiraten nicht nur viele Leute, sondern es erscheinen auch die wichtigsten Alben der Pop- und Rockgeschichte in einer neuen und hoffentlich definitiven Ausgabe: Alle Alben der Beatles werden in remasterten Versionen wieder veröffentlicht. Die bisherigen Beatles CDs glänzten nicht gerade mit umwerfendem Sound und wurden der unbestreitbar populärsten und bekanntesten Band (selbst 40 Jahre nach Auflösung der Band kann schließlich jeder immer noch auf Zuruf einige Beatles-Songs pfeifen) nicht gerecht. Nun also die Remasters: Vier Jahre lang wurde in den Londoner Abbey Road Studios an den alten Scheiben rumgedoktert. Ziel war, eine originalgetreue Klangqualität zu schaffen, den Sound frisch rüberzubringen, so wie er in den 60er-Jahren gedacht war. Alle zwölf Alben plus Magical Mystery Tour und der Singles-Doppel-Collection Past Masters wurden der Sound-Behandlung unterzogen.
Ich habe (leider) schon alle Beatles Alben auf CD und komme jetzt schwer in Versuchung, mir den ganzen Kladderadatsch noch mal zuzulegen. So wie ich mich kenne, werde ich über kurz oder lang auch zugreifen. Um den ärgsten Beatles-Hunger zu stillen, habe ich mir aber schon die neue Ausgabe von Rock Band zugelegt – denn, wer hätte es gedacht, dieser Teil des großartigen Videospiels widmet sich ganz allein den genialen vier Liverpoolern Jungs. Ich freu mich schon darauf, die ganzen alten Kracher auf meiner Plastikgitarre und meinem Plastikschlagzeug zu spielen. Näheres dazu, wenn ich einige Beatles Rock Band Erfahrungen gesammelt hab.