Vor einigen Wochen hab ich ja schon von meinem Besuch im 3D-Kino berichtet. Jetzt war’s wieder einmal so weit: Der neue Pixar-Film (die mit Wall-E meinen All-Time-Favourite in Sachen computeranimierte Filme geschaffen haben) mit dem schön einprägsamen Namen „Oben“ wurde von mir auch in der 3D-Fassung begutachtet.
Zuerst mal zum Film: Tja, Pixar hat es wieder geschafft. Wie bei Wall-E gibt es eine unglaublich witzige Story, die aber auch zu Herzen geht und einen manchmal etwas nachdenklich werden lässt. Der Film handelt vom alten Witwer Carl Fredericksen, der, genau wie seine verstorbene Frau Ellie, eigentlich immer gerne einmal Abenteuer erlebt, ferne Länder bereist und Entdeckungen gemacht hätte, dies aber nie in die Wirklichkeit umsetzen konnte – es blieb bei den Träumen. Jetzt ist seine innig geliebte Frau tot, sein Haus soll abgerissen und er selbst ins Altersheim abgeschoben werden – doch da hat er einen genialen Plan: Mithilfe tausender Luftballons bringt er sein Haus zum Fliegen. Ziel: Die Paradise Falls in Venezuela! Denn hier ist sein (und das seiner Frau Ellie) Kindheitsidol Charles Muntz, ein Entdecker von altem Schrot und Korn, höchstwahrscheinlich verschollen. Das ist ja schon mal ziemlich absurd. Doch es wird noch besser. Mit auf die Reise kommt nämlich ungewollt der kleine, etwas übergewichtige Pfadfinder Russell, ein achtjähriges Scheidungskind, das Carl zuerst gehörig auf die Nerven geht. Durch einen Sturm werden die beiden tatsächlich nach Südamerika geblasen, zufällig in die Nähe der Paradies Fälle. Und hier geht das Abenteuer dann erst richtig los. Es warten atemberaubende Naturkulissen, sprechende Hunde, trötende Riesenvögel und eine große Überraschung auf die zwei Helden. Ich will nicht zuviel verraten – am besten selber ins Kino gehen.
Das schöne an „Oben“ ist, dass der Film als ganz normale Abenteuer-Geschichte betrachtet werden kann – einfach 90 Minuten lang Spaß haben, lautet dann die Devise. Andererseits ist die Geschichte von Carl auch zutiefst optimistisch: Es ist nie zu spät (für was auch immer), man soll seine Träume niemals aufgeben und jeder Mensch ist imstande, sich zu ändern: Carl entwickelt sich schließlich im Laufe des Films vom Ober-Grantler zum lebenslustigen Rentner. Pixar hat inzwischen eine Meisterschaft erreicht, die ihresgleichen sucht, sie schaffen Filmkunst (nicht umsonst war Oben der erste Animationsfilm, der die Filmfestspiele von Cannes eröffnen durfte) und jeder neue Film ist ein weiterer Beweis, dass das Kino zum Glück noch lange nicht tot ist. Ich hoffe, Pixar kann dieses hohe Niveau auch weiterhin halten.
Ach ja, der 3D-Effekt. Um es mal freundlich auszudrücken: Es ist egal, ob man die normale oder die 3D-Fassung anschaut, der Film wird dadurch weder besser noch schlechter. Es gibt nette Effekte und natürlich tadellose Computergrafik. Nur das Kinoticket kostet bei 3D mehr und man darf zwei Stunden lang eine doofe Brille aufziehen.