Was wurde uns nicht alles bei der Präsentation des iPads prophezeit! Das iPad sollte eine neue Medien-Ära einläuten, das endgültige Ende für Papier-Buch und Papier-Zeitung bedeuten. Ein neues Zeitalter des digitalen iPad/Apfel-Imperialismus anbrechen! Das Bohai am ersten Verkaufstag war groß: Mit ca. 300.000 verkauften iPads übertrumpfte Apple den Verkaufsrekord des iPhones. Die Nachfrage in den USA nach dem iPad soll sogar so groß sein, dass der Verkaufsstart in Europa verschoben wurde.
Aber diese große iPad-Nachfrage war zu erwarten, da die Zahl der Apfel-Jünger stetig ansteigt. Apple-Jünger würden auch eine Katze im Sack kaufen, wenn man einen Apfel dranhängt. Nach kurzer Zeit waren erste Videos im Internet, in denen das iPad bejubelt, zerschlagen und sogar gemixt wurde. Überall twitterte, bloggte und testete man iPad. Selbst ein deutscher Hersteller versuchte auf den Hype mit dem WePad aufzuspringen, blamierte sich aber bei der eigenen Präsentation.
Vor ein paar Tagen durfte ich das iPad auch für einen kurzen Moment in den Händen halten. Natürlich ist das iPad ein sehr schickes, leicht zu bedienendes Teil, aber nach meinem Geschmack etwas zu groß und zu schwer, um wirklich überall hin mitgenommen zu werden. In ersten Tests schnitt das iPad gut ab, erfüllte aber lange nicht die Erwartungen. Statt ein Mobiles-Alles-Abspiel-Super-Tablet ist das iPad nur ein sehr gutes Media-und Surf-Tablet für Zuhause. Das iPad unterstützt kein Flash und spielt somit viele Internet-Videos nicht ab. Auch soll das iPad sehr hitze-empfindlich sein und sich bei ca. 30 Grad für eine Stunde verabschieden. Schnelle Hilfe bietet dann nur ein Gefrierfach. Trotzdem kann man mit dem iPad viel Spaß haben, wenn man bereit ist, viel Geld für Inhalte aus dem iTunes-Store auszugeben.
Und was ist mit der viel erwarteten Medienrevolution? Die scheint noch auszubleiben. Statt als Zeitungs- und Bücherersatz und ultimative Media-Abspiel-Platte für überall wird das iPad vor allem als Surf-, Spiel- und Video-Station auf der Couch verwendet. Das zeigen die ersten Zahlen von App-Downloads aus dem iStore. Das Ende für die nicht-digitale Zeitung und Buch wird also noch verschoben. Das iPad wird trotzdem ein Erfolg werden. Dafür ist der iPad-Hype- und Neid-Faktor einfach zu groß.