District 9 ist zwar ein Science-Fiction-Film, aber einer, wie man ihn noch nicht so oft gesehen hat – oder vielleicht noch gar nicht. Schon die Ausgangsposition von District 9 ist außergewöhnlich: Anfang der 80er Jahre besucht uns ein riesiges außerirdisches Raumschiff, es landet aber nicht, sondern schwebt über Johannesburg in Südafrika. Also weder Europa noch Hollywood – District 9 macht schon bei der Örtlichkeit einiges anders. Das Raumschiff macht keinerlei Anstalten, sich von der Stelle zu rühren, es öffnet sich auch nicht. Nach drei Monaten wird damit begonnen, das Raumschiff aufzuschweißen: Drinnen finden die erstaunten Menschen über eine Million insektenartige Aliens, in einem schlechten gesundheitlichen Zustand, mehr tot als lebendig. Unterhalb des Raumschiffs wird dann ein Auffanglager namens District 9 eingerichtet. Dort hausen die Aliens (die zwar erschreckend aussehen, aber doch eher harmlos sind) in erbärmlichen Zuständen.
Der Film beginnt damit, dass das District 9 Lager geräumt werden soll und die knapp zwei Millionen Aliens (oder Prawns, wie sie von den Menschen abschätzig genannt werden) in ein Lager außerhalb von Johannesburg gebracht werden sollen. Das läuft natürlich nicht so einfach ab wie geplant: Ein Bürokrat wird in District 9 mit einem Virus infiziert, sein Arm mutiert zu einer Alienkralle, dies wiederum interessiert ein Militärunternehmen, denn die viel weiter entwickelten Alienwaffen können von Menschen nicht bedient werden, dazu braucht es Alien-DNS. Es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod auf den infizieren Staatsdiener. Dieser versteckt sich im District 9 und lernt die Aliens etwas besser kennen. District 9 besitzt zwar viele Actionsequenzen und der Film ist enorm spannend (und an vielen Stellen auch sehr schwarzhumorig), vor allem aber ist er ein Blick auf Apartheid und Rassenhass und wie schwierig es ist, damit umzugehen und die Vorurteile zu überwinden.
District 9 wurde für lächerliche 30 Millionen Dollar produziert, das sieht man dem Film aber nicht an. Die Aliens sind alle computergeneriert und sehen sehr realistisch aus. District 9 wechselt ständig den Stil: Von einer TV-Dokumentation, mit Interviews, die das Geschehen nachträglich beleuchten zu filmischen Sequenzen und zurück. Die Dokumentations-Abschnitte von District 9 sind ungemein realistisch und erwecken den Slum der Aliens zum Leben. Unterstützend für die Glaubwürdigkeit der Pseudo-Dokumentation sind die unbekannten südafrikanischen Schauspieler, mit Hollywood-Stars wäre das Konzept von District 9 nicht so gut aufgegangen. Lediglich Produzent Peter Jackson ist bekannt, natürlich vor allem für seine Herr der Ringe Trilogie. Immerhin für vier Oscars war District 9 nominiert, gewonnen hat der Film aber leider keinen. Dabei hätte dieser außergewöhnliche und kritische Film sicherlich einen verdient. Die Blu-ray Version von District 9 überzeugt in Bild und Ton, auch die sehr interessanten Special Features sind mehr als einen Blick wert.