Stieg Larsson: Vergebung im Kino

Endlich ist die Verfilmung von Stieg Larssons Millenium-Trilogie komplett: Mit Vergebung, das gerade bei uns im Kino läuft, finden die aufregenden Ereignisse rund um Journalist Mikael Blomquist und der mysteriösen Lisbeth Salander ihr vorläufiges Ende. Obwohl der Film zweieinhalb Stunden dauert, wurde wieder viel aus dem Original-Roman gestrichen. Ist ja klar, denn Vergebung ist fast 900 Seiten stark – hier musste extrem gekürzt werden, um auf eine akzeptable Filmlänge zu kommen.

Trotzdem kamen mir manche Themen zu kurz, Lisbeth Salanders fieser Vater zum Beispiel, oder die vielen Polizisten, die in den Romanen ausführlich behandelt werden, in Vergebung allerdings höchstens mal links hinten im Bild stehen. Viel Wert und Zeit wird dagegen auf die Gerichtsverhandlung mit Lisbeth Salander gelegt, andere Handlungsstränge wurden komplett entfernt (der Wechsel von Erika Berger zu einer anderen Zeitung zum Beispiel). Spannend ist Vergebung aber allemal – wer jedoch die Romane nicht gelesen hat oder die ersten zwei Teile (Verblendung und Verdammnis) nicht schon gesehen hat, braucht sich Vergebung nicht anzutun – zu komplex ist Stieg Larssons Handlung, um als Neueinsteiger da durchzublicken.

Gerüchteweise soll ja ein weiterer Band der Millenium-Serie von Stieg Larsson vor seinem überraschenden Tod 2004 fast fertiggestellt worden sein. Seine Lebensgefährtin will aber nicht, dass dieses Fragment von einem anderen Autor beendet werden soll. Stieg Larssons Familie möchte das aber sehr gern – ist ja klar, denn hier geht es wirklich um Millionen. Und wenn es schon mal um Millionen geht, sind unsere amerikanischen Freunde auch nicht weit: Natürlich will Hollywood die Millenium-Trilogie noch einmal neu verfilmen, denn mit ausländischen Schauspielern in ausländischen Filmen kann man dort nichts anfangen. Brad Pitt oder George Clooney werden als Mikael Blomquist gehandelt – der bekommt dann natürlich einen coolen amerikanischen Namen wie Michael Bloomfield oder so. Und Lisbeth Salander? Ich kann mir keine Hollywood-Dame vorstellen, die Stieg Larssons Heldin so überzeugend darstellen kann wie Noomi Rapace. Ich bitte um Vergebung: Aber auf eine Hollywood-Verfilmung der Millenium-Trilogie kann ich getrost verzichten.


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