Noch mehr UK Comedy: Der Spaß nimmt einfach kein Ende

Vor zwei Wochen hab ich ja schon mal kurz über Comedy-Shows aus UK referiert – und dabei nur die Oberfläche gekratzt. Deswegen gibt’s hier noch mal ein bisschen Nachschlag, denn die britische Comedy-Scene ist so reichhaltig und vielfältig wie in keinem anderen Land der Welt.

Wem Little Britain wegen der Sketche und Peep Show wegen der Schauspieler gefällt, der sollte sich mal That Mitchell and Webb Look anschauen. Hier machen die Hauptdarsteller aus Peep Show nämlich einen auf Sktechshow: Verrückt und recht witzig aber nicht ganz so ausgeflippt wie Little Britain, mit vielen kleinen Sketchen und mehr oder weniger beknackten Charakteren.

Einer der Stars der Comedy-Schreiber-Zunft ist Graham Linehan. Zur Zeit hat er die IT Crowd am Start, vor ein paar Jahren begeisterte er mit Black Books, einer Comedy Show über einen Buchladen, dessen Inhaber Menschen (und vor allem Kunden, die sich in seinen Laden verirren) hasst und lieber Wein trinken und eine paffen würde. Black Books ist herrlich miesepetrig und schwarzhumorig, typisch englisch eben. Apropos Miesepetrigkeit: Lead Balloon ist  ein weiteres Beispiel für diesen feine englische Art: Jack Dee spielt in Lead Balloon einen Comedian, der im privaten Leben gar nicht so lustig ist und sich mit miesen Jobs (Conférencier bei irgendwelchen langweiligen Firmenevents etc) abgeben muss. Lead Balloon geht so in Richtung Pastewka oder Curb your Enthusiasm und überzeugt vor allem durch die wirklich gelungenen Schauspielerleistungen.

Ein großer Star der englischen Comedy-Szene ist Ricky Gervais: Nicht nur erfand er The Office (dem ja weltweit in regionalen Versionen wie Stromberg Erfolg beschieden war) sondern er schuf mit Extras auch eine wunderbare Serie über die unbesungenen Helden jedes Films – die Statisten. Extras zeigt wie schwer der Kampf um Anerkennung und Erfolg ist, aber eben auf sehr witzige Weise. Das Tolle an Extras ist, dass in jeder Folge ein Star sich selber spielt (Ben Stiller, Kate Winslett, Robert de Niro oder David Bowie zum Beispiel): diese Stars sind sich aber nicht zu schade, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Star Trek Kapitän Patrick Stewart ist in Extras zum Beispiel als totaler Sex Addict oder Harry Potter-Star Daniel Radcliffe als notgeiler Jugendlicher zu sehen. Freunde von The Office sollten sich Extras auf jeden Fall mal anschauen.

Wie immer gilt bei den englischen Shows: Immer im Original anschauen, Untertitel machen das Verstehen ja leichter und die deutsche Synchro ist, soweit vorhanden, so gut wie immer unter aller Kanone. Die Menge an guten Comedy-Shows aus UK ist wirklich unüberschaubar – gerne bin ich an Tipps interessiert, vielleicht ist mir das eine oder andere Juwel bis jetzt ja entgangen.


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