Seit 1911 gibt es den guten alten Fantomas schon. Die beiden französischen Autoren Pierre Souvestre und Marcel Allain dachten sich diesen schurkischen Verbrecher aus und veröffentlichten im Monatsrhythmus innerhalb von knapp drei Jahren 32 Romane. Fantomas stand damals für den bösesten, mysteriösesten und einfallsreichsten Gangster, den man sich nur vorstellen kann. Seine Verbrechen waren grausam, Mitleid oder ein Gewissen kannte Fantomas nicht.
Die Geschichten waren typische „Groschenromane“, kein Wunder bei dem Pensum und der Arbeitsgeschwindigkeit, die die beiden Autoren hinlegten. Nach dem ersten Weltkrieg erschienen bis zum Jahr 1963 nur noch 11 Fantomas Romane, die von Allain alleine geschrieben wurden (da Souvestre schon 1914 gestorben war). So ein exquisiter Schurke wie Fantomas war natürlich wie geschaffen für das Medium Film und so erschienen schon 1913 die ersten Verfilmungen. Über die Jahre schaffte es Fantomas immer mal wieder auf die Kinoleinwand, so richtig berühmt wurde er außerhalb Frankreichs aber erst durch die Verfilmungen Mitte der 60er Jahre. So lustig diese Filme (vor allem dank des unvergessenen Louis de Funès als Inspektor Juve) auch waren, vom Geist des „echten“ Fantomas waren sie doch meilenweit entfernt. Nach drei Filmen war für diese Reihe aber auch Schluss und Fantomas musste wieder länger auf seine nächste Auferstehung warten.
Diese geschah dann 1979 mit einer vierteiligen Fernsehserie, die sich wieder mehr auf die dunklen Aspekte von Fantomas konzentrierte. Auch hier spielte, ähnlich wie Jean Marais in den 60er Verfilmungen, mit Helmut Berger ein etablierter Schauspieler den Fantomas. Seit dem ist es eher ruhig auf der Fantomas-Front (nur die knallharte amerikanische Noise-Band von Ex-Faith No More-Sänger Mike Patton erhält den Namen Fantomas noch am Leben). 2011 soll aber eine neue Verfilmung von Fantomas mit Jean Reno in die Kinos kommen – pünktlich zum 100. Geburtstag. Man darf gespannt sein, ob der Name Fantomas dann wieder in aller Munde sein wird.
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