Wie (vor Monaten, sorry) angekündigt stelle ich heute meine Erfahrung mit einem weiteren Klassiker aus der Elternratgeber-Sparte vor, es geht um „Kinder fordern uns heraus“ von Rudolf Dreikurs. Herr Dreikurs ist der Ansicht, dass folgende Regeln helfen, um den Kindern unliebsame Angewohnheiten abzugewöhnen (ich gebe hier nur einige der wichtigsten wider, und das natürlich stark verkürzt, um das Prinzip klarzumachen): 1. Sich nicht in Machtkämpfe mit dem Kind verwickeln lassen, 2. Dem Kind keine „ungebührliche“ Aufmerksamkeit zu schenken, 3. Natürliche Folgen anwenden. Was bedeutet das genauer? Ein Beispiel: Wie bekommt man ein Kind dazu, etwas zu tun, auf das es keine Lust hat, zum Beispiel, sein Vesper vom Vormittag aus dem Schulranzen auszuräumen? Solche Momente arten leicht in einen „Machtkampf“ aus, denn das Kind will mit seiner Starrköpfigkeit beweisen, wer der Stärkere ist. Dreikurs’ Tipp: Möglichst nicht ärgerlich werden, und das Kind etwa zwingen, etwas zu tun, und es ihm auch nicht abnehmen; sondern die „natürlichen“ Folgen anwenden und das eigene Verhalten entsprechend anpassen. Wenn keine saubere Dose für das Vesper am nächsten Tag verfügbar ist, weil das alte Brot noch im Ranzen vor sich hingammelt, gibt es eben für diesen Tag kein Pausenbrot, oder es wird ohne Verpackung gerichtet, damit sich das Kind selbst drum kümmert, wie es das Brot mitnehmen kann. Kinder sollen damit lernen, eine „Ordnung“ zu respektieren, und vor allem ihren Teil dazu beizutragen. In vielen Fällen ist mir zwar dennoch rätselhaft, wie es funktionieren soll; wenn abends Zähne geputzt werden müssen, dann müssen eben die Zähne geputzt werden, denn auf die „natürliche Folge“ Karies kann ich gut verzichten. Dass es in vielen Fällen allerdings tatsächlich viel besser ist, ruhig, fest und ermutigend auf eine Situation zu reagieren als zornig, oder sich einfach auch einmal zurückzuziehen, um dem Kind zu zeigen, dass es von seinem Verhalten nichts erwarten kann, habe ich schon öfters ausprobiert und kann es nur empfehlen. Das Buch gibt dazu viele Beispiele und Tipps, die, wie ich finde, durchaus lesens- und einen Versuch wert sind.
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