Infamous – Elektrisierende Action-Granate auf PS3

Sandbox-Games sind das ganz große Ding auf den Konsolen: Der Spieler kann hier in einer meist gigantischen Spielwelt völlig frei herumlaufen, erkunden und Aufträge erledigen. Das Erreichen des Spielendes ist zwar immer noch wichtig, aber der Weg ist das dann doch meistens das Ziel. Im Actiongenre steht hier ganz klar GTA IV an erster Stelle, ein Spiel, bei dem der Durchschnittsgamer wahrscheinlich nie alle Geheimnisse erkunden wird, im Rollenspielgenre hat es zum Beispiel Fallout 3 geschafft, die Massen zu begeistern. Rollenspielelemente wie das Aufleveln von Waffen, Lebensenergie oder anderen Attributen kommen bei Fallout noch dazu.

Infamous verbindet nun diese beiden Ansätze zu einem gelungenen Ganzen. Die Story ist allerdings nicht besonders aufregend und neu schon gar nicht: In Empire City passiert ein schreckliches Unglück, Chaos und Seuchen brechen aus, überall herrscht Gewalttätigkeit. Cole, der Protagonist des Spiels, ist irgendwie in das ganze Schlammassel verwickelt und versucht nun, die Hintermänner aufzudecken und auf seinem Weg den Menschen von Empire City zu helfen – wenn er denn will! Denn es ist in Infamous möglich, dem hellen oder dem dunklen Pfad zu folgen: Das heißt, entweder den armen Mitmenschen helfen und die Stadt wieder voranbringen oder eben Missetaten vollbringen und zu einem bösen Rächer werden. Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen man sich für die gute oder schlechte Seite entscheiden kann. Echt eine coole Sache. Je nachdem, ob man sich gut oder schlecht benimmt, reagieren auch die Mitmenschen anders auf einen. Dem guten Cole wird applaudiert, er wird fotografiert oder einfach nur angefeuert, der böse Cole wird angefeindet, angegriffen und ausgebuht. Cool sind auch die Superfähigkeiten von Cole: Er ist in der Lage, Stromstöße, Blitze und ähnliches zu verschießen (blau beim guten und rot beim bösen Cole). Diese Fähigkeiten können im Lauf des Spiels verbessert werden, ganz wie in einem Rollenspiel (allerdings in einer sehr reduzierten Version, keine Angst, hier wird man nicht mit hunderten von Seiten mit auflevelbaren Attributen konfrontiert). Die Stadt ist in drei große Abschnitte aufgeteilt, die erst nach und nach frei geschaltet werden. Cole kann sich in Empire City völlig frei bewegen, kann Nebenaufträge annehmen, die ihm, genau wie das Eliminieren von Feinden, Erfahrungspunkte zum Verbessern seiner Spezialfähigkeiten liefern. Eine Stärke Coles ist das Klettern: Kein Wolkenkratzer ist hoch für den Herausforderer von Spiderman. Und von oben sieht die Stadt noch mal ganz anders aus. Das erinnert etwas an Assassin’s Creed, bei dem Gebäude-Kletterei auch ein Hauptaspekt war.

Kurz: Infamous ist ein mustergültiges Beispiel eines Sandbox-Games, mit vielen Stärken, vielen Aufgaben und vielen spannenden Spielstunden. Schwächen gibt es kaum, nur die Grafik reißt einen nicht vom Hocker und der Spielablauf gerät manchmal etwas repetitiv. Mir hat die Mischung aus GTA, Fallout und Assassin’s Creed sehr gut gefallen. Das Spiel gibt’s übrigens nur für die PS3.

Schaut hier auf decido mal nach dem Spiel.

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Bezzerwizzer – Ein Spiel für Schlauberger

Ui, das sieht ja edel aus! Und fühlt sich auch so an: Wenn man den dunkelgrünen, über 2 Kilo schweren Karton von „Bezzerwizzer“ in Händen hält, wundert man sich erst einmal, was denn da alles so schweres drin ist. Heraus kommt lauter hochwertiges Material: Ein Säckchen mit kleinen Kategorie-Steinen, ein dickes großes Spielbrett, vier kleinere Spielplatten und ein Kästchen mit Fragekarten. Ok, ein weiteres Wissensspiel. Das ist an sich nichts neues, Bezzerwizzer macht jedoch einiges anders als Trivial Pursuit und Co.

Zunächst gibt es die Kategoriesteine: Jeder Spieler (es können bis zu vier mitmachen) zieht verdeckt vier Steine aus dem Säckchen. Es gibt zwanzig verschiedene Kategorien wie Architektur, Geografie, Musik, Film, Technik, Politik, Geschichte etc. Die vier gezogenen Kategoriesteine werden auf die kleineren Spielplatten gelegt, wobei die Wertigkeit von 1 bis 4 aufsteigt. Das bedeutet, dass das erste gelegte Plättchen einen Punkt wert ist, das an vierter Stelle aber vier. Wenn man die Frage richtig beantwortet, darf man um eben diese Punkte auf dem großen Spielplan vorrücken. Wer zuerst mit seinem Spielstein am Ziel angekommen ist, hat gewonnen. 20 Punkte sind dazu nötig. Spannung bringen (außer den 5000 recht schweren Fragen) die zwei Sondersteine rein: Einmal der „Zwap“-Joker (jeder Spieler bekommt einen): Damit können Kategoriesteine vom Gegner mit eigenen getauscht werden. Wenn zum Beispiel der Gegner auf seiner Platte auf dem vierten Platz (also vier Punkte wert) einen Kategoriestein liegen hat, den man selber gerne haben will, tauscht man ihn einfach mit einem eigenen ungeliebten Stein aus. Der „Bezzerwizzer“-Sonderstein (jeder Spieler bekommt zwei davon) erlaubt einem wiederum, eine Frage, die an einen Mitspieler gestellt wird, auch zu beantworten. Mit diesen Sondersteinen kommt ziemlich viel Abwechslung und Spannung in Spiel. Und sogar ein bisschen Taktik.

Letztendlich ist Bezzerwizzer aber natürlich ein Wissensspiel, allerdings eher für Erwachsene. Kinder können mit den kniffligen Fragen meist nichts anfangen. Mit 30 bis 60 Minuten ist eine Runde relativ schnell um, macht aber so viel Spaß, dass man gerne noch eine zweite dranhängt. Für alle, die von Trivial Pursuit die Nase voll haben, ist Bezzerwizzer eine gelungene Alternative.

Bezzerwizzer findet ihr auch auf decido.

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Sega Mega Drive Ultimate Collection – Da geht des Retro-Zockers Herz auf!

In den 80er und 90er Jahren lieferte sich Sega mit Nintendo einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft auf dem Konsolenmarkt. Letztendlich hat Nintendo gewonnen, denn von Sega gibt es seit dem „gefloppten“ Dreamcast (1999-2001) keine Konsole mehr. Die ollen Kamellen aus der Hochzeit von damals sind aber für jeden Retro-Fan immer noch einen Blick wert. Umso schöner, dass es mit der Sega Mega Drive Ultimate Collection jetzt eine tolle Sammlung gibt, die so manchem älteren Gamer die Tränen der Freude in die Augen schießen lässt. Klar, jeder hat wahrscheinlich ein Lieblingsspiel von damals, das hier fehlt  – doch die Hit-Dichte ist bei der Collection sehr hoch, so dass man den einen oder anderen fehlenden Knaller schon verschmerzen kann.

Was ist also alles dabei? Insgesamt sind über 40 Spiele auf der Disc enthalten. Ganz wichtig natürlich die Sonic-Spiele, die mit sechs Spielen vertreten sind und auch nach all den Jahren mit ihrem recht hohen Schwierigkeitsgrad immer noch sehr fordernd sind. Allerdings hilft die bei allen Spielen integrierte Speicherfunktion, den ärgsten Frust einzudämmen. Kaum zu glauben, dass man vor 20 Jahren bei Sonic nicht speichern konnte und mit ein paar läppischen Leben das Game beenden musste! So ein Schwierigkeitsgrad ist heutzutage nicht mehr drin. Andere Highlights sind die zwei Ecco the Dolphin-Spiele, die Shining-Rollenspiele oder das Shinobi Action-Geschnetzel. Für mich persönlich sind auch noch das Zelda-ähnliche Story of Thor und das wirklich witzige und gut gemachte Comix Zone ein Kaufgrund  – und natürlich der günstige Preis, da kann man als alter Zocker einfach nicht nein sagen. Ok, ich geb’s zu, es sind auch ein paar üble Gurken dabei, aber bei der Fülle an Spielen ist das eigentlich schon wieder egal. Schön sind neben der erwähnten Speicherfunktion auch die Hintergrundinfos zu den einzelnen Spielen und die Möglichkeit, durch Kantenglättung die alten Schinken noch schöner aussehen zu lassen (das klappt aber nicht immer und sollte immer erst vorher ausprobiert werden). Die Collection gibt’s für PS3 und Xbox 360 und ist definitiv eine Investition wert.

Sega Mega Drive Ulitmate Collection für Xbox 360.

Sega Mega Drive Ultimate Collection für PS3.

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